Brauchst du einen Teleprompter? – Vorteile & Nachteile

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 24. Juli 2019 um 22:05 aktualisiert.

Die meisten Leute, die noch nie vor einer Kamera standen, wissen gar nicht, wie schwer es sein kann, alle Punkte eines geschriebenen Skriptes frei in einem Video vorzutragen. Aus genau diesem Grund wurden irgendwann Teleprompter erschaffen. An sich eine geniale Erfindung, welche bei richtiger Verwendung gute Ergebnisse erzielen kann. Warum ich persönlich trotzdem auf einen Teleprompter verzichte, erfährst du in diesem Beitrag!

Ich habe im Übrigen wie immer auch ein Video zu diesem Thema gemacht. Wenn du alle Infos lieber im Videoformat aufnehmen möchtest, hast du hier die Möglichkeit. Ansonsten kannst du natürlich einfach unten weiterlesen.

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Was ist ein Teleprompter?

Da viele sicherlich gar nicht wissen, was ein Teleprompter ist: Ein Teleprompter ist ein technisches Hilfsmittel, welches bei Fernsehproduktionen (z. B. in den Nachrichten) und anderen Videoproduktionen (z. B. YouTube Videos) verwendet wird, um beim Zuschauer den Eindruck eines freien Vortrags zu erwecken. Der Teleprompter ist dabei so aufgebaut, dass der Redner das Skript durch stark spiegelndes Glas direkt ablesen kann und so immer Blickkontakt zum Zuschauer hat, weil er direkt in die Linse der Kamera sieht.

Was sind die Vorteile von Telepromptern?

  • Man kann sich genau an das Skript halten und vergisst so keine wichtigen Punkte.
  • Beim Dreh wird unglaublich viel Zeit gespart. Vor allem dann, wenn der- oder diejenige, die vor der Kamera steht nicht besonders geübt ist.
  • Wenn Imagefilme gedreht werden, bei denen wichtige Personen (Geschäftsführer, CEOs, usw.) ihre Zeit investieren müssen, kann außerdem auch noch sehr viel Geld gespart werden.

Was sind die Nachteile von Telepromptern?

  • Das Skript sollte möglichst so geschrieben sein, wie es über den Teleprompter vorgetragen werden soll. Das kann im Vergleich zu einem freien Vortrag ohne Skript sehr zeitaufwendig sein.
  • Es erfordert viel Übung, um mit Teleprompter vor der Kamera weiterhin echt zu wirken.
  • Je nach Teleprompter, kann es bei manchen Objektiven zu Vignetting (Abdunklungen oder Überdeckungen am Bildrand) kommen, weil dieser im Weg ist. Dies lässt sich zwar oft durch reinzoomen beseitigen, kann aber bei Festbrennweiten ohne Zoom ein wahres Problem darstellen.
  • Die Augen lesen mit – und das sieht man! Je nach Abstand zur Kamera und Größe des Teleprompters kann man erkennen, wann ein Teleprompter eingesetzt wurde, weil sich die Pupillen mitbewegen. Vor allem bei ungeübten Sprechern kann dies zum Problem werden, weil es dafür sorgt, dass die Person vor der Kamera auf den Zuschauer unauthentisch wirkt, weil sie abliest.
  • Bei Brillenträgern kann es durchaus vorkommen, dass die Reflektion des Teleprompters in der Brille zu sehen ist.
  • Teleprompter sind ein weiteres „Problem“, an das man beim Dreh denken muss. Akkus für das Display (bei neueren Modellen ist auch die Nutzung mit Smartphone oder Tablet möglich) und Fernbedienung müssen stets geladen sein, was im schlimmsten Fall mal vergessen werden kann. Bei einem freien Vortrag hingegen, hat der Sprecher in der Regel alle wichtigen Informationen im eigenen Kopf und es muss nicht an zusätzliches Equipment gedacht werden. Aber auch hier kommt es natürlich auf den Redner an. Vor der Kamera bekommt jeder mal weiche Knie und vergisst seinen Text. Wenn es gar nicht klappt, kann der Einsatz eines Teleprompters sogar der einzig sinnvolle Weg sein!

Darum verzichte ich persönlich auf den Einsatz von Telepromptern

Für mich überwiegen einfach die Nachteile, weil ich schon genug anderer Dinge im Kopf habe, um die ich mich bei meinen YouTube Videos kümmern muss: Kamera, Licht, Ton, usw. Wenn man sich selbst filmt und die Zeit hat, mehrere Takes aufzunehmen, wird ein freier Vortrag fast immer besser auf den Zuschauer wirken, weil man ohne Teleprompter viel authentischer rüberkommt.

Das ist auch der Hauptgrund, weshalb ich auf einen Teleprompter verzichte. Auch ich konnte nach längerer Übung das Problem mit den sich bewegenden Pupillen nicht lösen. In meinem Fall hängt es aber mit der Distanz zur Kamera und der minimal möglichen Größe des Textes auf dem Display zusammen. Da ich die Kamera immer in Reichweite haben möchte, sodass ich jederzeit ohne Fernauslöser die Aufnahme starten und stoppen kann, kommt für mich leider ein größerer Abstand zur Kamera nicht in Frage. Die vielen Apps, die ich auf meinem Android Smartphone ausprobiert habe, waren alle nicht dazu in der Lage, den Text klein genug anzuzeigen, um das Problem mit den Augen zu lösen. Das Problem mit dem Vignetting hat außerdem dafür gesorgt, dass ich weiter reinzoomen musste. Damit der Bildausschnitt trotzdem gepasst hat, musste ich mich dann entsprechend noch weiter von der Kamera entfernen. Das hat das Problem mit den ablesenden Augen zwar etwas gebessert, im Austausch konnte ich allerdings nicht mehr ohne Fernauslöser die Aufnahme starten und stoppen. Jetzt stell dir mal vor, ich müsste auch noch an einen Fernauslöser denken und diesen mit mir herumschleppen. Für mich persönlich kommt das einfach nicht in Frage.

Als Brillenträger hat man es sowieso bereits nicht leicht, wenn es um die richtige Aufstellung von Lichtern geht, da Reflektionen in den Gläsern meist unschön sind und den Zuschauer ebenfalls nur ablenken. Ich habe eine entspiegelte Brille und doch war die Reflektion des Teleprompters in meinen Gläsern zu sehen. Im Vergleich zu den Lichtern, lässt sich bei einem Teleprompter die Reflektion in den Augen bzw. der Brille allerdings nicht entfernen, da der Teleprompter nicht umpositioniert werden kann.

Mir ist außerdem aufgefallen, dass ich über die Jahre hinweg zu einem viel besseren Sprecher geworden bin. Hätte ich von Anfang an auf einen Teleprompter gesetzt, könnte ich jetzt vermutlich nicht mehr darauf verzichten. Auf diese Abhängigkeit möchte ich gerne auch in der Zukunft verzichten. Du solltest niemals vergessen, dass Übung den Meister macht. Wenn’s zu Beginn mit den Videos nicht so gut klappt, dann solltest du einfach dran bleiben und du wirst merken, wie sich jedes Mal deine Fähigkeiten verbessern.

Dass ich persönlich auf einen Teleprompter verzichte, soll aber nicht heißen, dass ich den Einsatz von Telepromptern für meine Kunden ganz ausschließe! In vielen Fällen ist die Aufnahme eines Videos ohne Teleprompter gar nicht möglich. Für Kundenprojekte verwende ich einen Teleprompter von Bestview*, welcher in Kombination mit Smartphones funktioniert und außerdem mit einer Fernbedienung kommt, sodass der Redner selbst den Text zurückspulen kann, falls er sich mal verspricht oder etwas wiederholen möchte.

Wie sieht es mit dir aus? Hast du schonmal einen Teleprompter für eigene (YouTube) Videos oder Imagefilme in Kundenprojekten eingesetzt? Über einen Kommentar mit deinen Erfahrungen würde ich mich sehr freuen!

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